Zurück an die Uni?

Eine kleine Geschichte eines SOPHIST-Beraters aus der Ich-Perspektive.

„Ähm, ja, kann ich gerne machen.“ Hörte ich mich sagen, als ich gefragt wurde, ob ich nicht einen Vortrag an der Hochschule Coburg, Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik halten möchte.

Was ich sonst noch so dachte, weiß ich gar nicht mehr so genau- eine Mischung aus Vorfreude und Spannung- es sind ja immerhin 4 Jahre vergangen seit meinem Examen… Ein paar Wochen zogen ins Land und auf einmal war er da, der Tag, an dem ich, in veränderter Rolle, zurück an die Uni musste.

Aufgeregt war ich nur wenig, insbesondere weil der Prof, mit dem ich schon ein paarmal hin und her geschrieben hatte, um die Inhalte zu klären, einen sehr netten Eindruck gemacht hat.
Und dann stand ich auch schon im Eingangsbereich der Hochschule in Coburg.

Kleines Selfie zur Erinnerung :-)

„Also dann, auf gehts und rein zu meinen Studierenden“ – Modul zum Requirements Engineering für Master-Studiengänge Maschinenbau, Automobiltechnik und Wirtschaftsingenieurwesen.

Ich wusste, dass die 15 Teilnehmenden gut vorbereitet sind und dass der Prof unser Buch „Requirements-Engineering und -Management – 7. Auflage“ als Grundlage für den Lehrplan herangezogen hat. Ihm war wichtig, dass ich nicht nur fachliche Inhalte vermitteln würde, sondern auch etwas Interaktives mitbringe und ein bisschen aus der Praxis erzähle. 90 Minuten Vortragszeit waren angesetzt. In Absprache mit dem Prof habe ich die Thematik „RE im agilen Kontext“ tiefer beleuchtet– die Folien die ich hierfür verwendet habe sind übrigens in unserem 10-Pager „Agiles RE“ zu finden (der richtig gut ist – also downloaden)  und dazu habe ich als interaktives Element noch unser bekanntes Cooperative-Game durchgeführt.

Die Zeit war echt knapp bemessen (in unseren Trainings habe ich immer 2-3 Tage Zeit) und ich weiß gerade gar nicht mehr, wie ich es geschafft habe auch noch von meiner aktuellen Beratungstätigkeit zu erzählen. Momentan bin ich in einem agilen Projekt in einem Automobilkonzern tätig– nicht immer leicht in einem Umfeld, in dem viele schwergewichtige Prozesse einzuhalten sind.

Meine Aufgaben: methodische Beratung für den Bau und Roll-Out einer konzernweiten Gesetzesdatenbank, als Product-Owner-Support mit ein paar Scrum-Master-Tätigkeiten (Komplexitätsmanagement, Prozessverbesserung, Schulungen ausarbeiten, Roll-out planen, Moderationen, etc.).

Irgendwie bin ich im Vortrag gerade erst so richtig warm geworden und hätte noch viel mehr erzählen können, aber Schwups, die Zeit war um.

Ich war beeindruckt, wie gut sich die Teilnehmenden in der Welt des RE schon auskannten. Ebenso war ich überrascht, wie einfach alles war. Die „Connection“ zu den Studierenden war von Anfang an da. Die Prüfungen am Semesterende allerdings, überlasse ich dann doch gerne dem Professor.

Fazit: War nice, gerne wieder! DANKE an dieser Stelle an den Prof und an die Hochschule Coburg.

Euer SOPHIST,

Joachim Halmen

Kann KI zwischen den Zeilen lesen?

Wie NLU die KI-Welt verändert.

In den bisherigen hier erschienenen Artikeln zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) und dessen Einsatz im Requirements Engineering (RE) haben wir uns mit Natural Language Processing (NLP) und den Anwendungsmöglichkeiten beschäftigt. In diesem Artikel gehen wir jetzt aber mal weg vom NLP und hin zum Natural Language Understanding.

Unter Natural Language Understanding (NLU) versteht man, insbesondere im Kontext KI, die Fähigkeit von Computern menschliche Sprache und die Bedeutung eben dieser im Zusammenhang des Kontexts im Detail zu verstehen.
Im 2ten Artikel (NLP4RE – Wie KIs NLP nutzen, um Texte zu entschlüsseln) haben wir uns ja schon die grundlegenden Fähigkeiten der KI Tools näher angeschaut, mit welchen Texte in ihre Einzelteile zerlegt und auch Wörter in Cluster zugeordnet werden. Dieses Einordnen in Cluster hat in den letzten Jahren durch massive Fortschritte bei der Entwicklung von Deep Learning Modellen und durch verbesserte Datengrundlagen an Effektivität gewonnen. Zusätzlich haben Computer mittlerweile die Fähigkeit, kontextuelle Abhängigkeiten zwischen Worten und Redewendungen zu erkennen, was dazu führt, dass die die Erkennung und das Verständnis der Sprache akkurater und somit auch für große Unternehmen immer interessanter wird.

Bild mit KI erzeugt.

Das Ableiten von Modellen aus natürlichsprachlichen Anforderungen ist hierbei ein Anwendungsfall von KIs im Requirements Engineering, welcher durch die Entwicklungen der letzten Jahre profitieren kann. Eine KI während eines Meetings mitlaufen zu lassen, um aus den erarbeiteten Inhalten automatisch ein Aktivitätsdiagramm nach den Regeln der UML (Unified Modeling Language) zu erstellen, kann die Arbeit vieler Entwickler erleichtern. Hierbei kann ebenso die Fähigkeit einer KI, wichtige Informationen aus Gesprächen herauszufiltern, eine große Erleichterung für große Firmen darstellen.

Um Ihnen die Problemstellung bzgl. KI und NLU zu verdeutlichen, hilft uns folgendes Beispiel:

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Vom Umgang mit Menschen … (Teil 4)

„Deine Miene spricht aus, was auch immer du verheimlichst.“
(Seneca)

Tatsächlich drücken wir Menschen Dinge mittels unseres Körpers aus, die dem, was wir sagen, nicht immer zuträglich ist. Im Extremfall sogar komplett dem Gesagten widerspricht. Dadurch werden treffende fachliche Argumente entkräftet und Sie, als Person, verlieren an Wirkung.

Mittels kongruenter Körpersprache können Sie ihren Standpunkt effektiver begründen und verdeutlichen. Um dieses Ziel schrittweise für sich selbst und in Bezug auf Kommunikationspartner*innen zu erreichen, haben wir Ihnen die folgenden beiden Übungen mitgebracht. Sie können die Übungen im Alltag ausprobieren, wann immer Sie mit Menschen reden oder Menschen reden hören. So entdecken Sie für sich zielführende Verhaltensweisen bzw. decken bei anderen unsichere Argumentationen oder Machtspiele auf.

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Vom Umgang mit Menschen… (Teil 3)

Bevor wir uns in die 3. Runde „Wahrnehmung“ stürzen und Sie sich fragen, was das mit unseren Macht- oder Karrierespielen zu tun hat, hier ein paar Worte zu der Verbindung Wahrnehmung und Spiele: Spiele sind Verhaltensweisen in Interaktion mit anderen Menschen, die ein gewisses Ziel seitens der spielenden Person verfolgen.

D.h. um nicht nur eine Figur auf dem Spielbrett zu sein brauchen Sie Übung, Übung und Übung im Erkennen von Verhalten und Zielen ihrer spielenden Personen. Und erst wenn Sie diese Verhaltensweisen und Ziele erkennen, d.h. den Spielplan des*der anderen kennen, dann werden Sie nicht länger Spielfigur sein, sondern zum*zur Mitspieler*in werden.

Übungsanleitung – Jeder Weg beginnt mit einem kleinen Schritt (Fortsetzung)

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Vom Umgang mit Menschen… (Teil 2)

In unserem 1. Teil dieser Blogserie haben Sie zwei Übungen kennen gelernt, ihre Wahrnehmung zu fokussieren. Wir sind sicher, Sie sind bestens trainiert und freuen sich darauf, diese Fähigkeit weiter auszubauen und gezielt einzusetzen.

In unserem heutigen Eintrag gehen wir in eine etwas andere Richtung: „Aus sich heraus gehen“ für Alltagssituationen

Sicher kennen Sie Situationen, in denen Sie so aufgeregt waren, dass Sie sich später wünschten: „Hätte ich doch nur…„. Doch was hat Sie daran gehindert? Wahrscheinlich haben Sie es nicht mitbekommen. Sie haben die Zeichen nicht erkannt. Erst später, mit ein wenig Abstand, wurden Sie sich bewusst, was Sie hätten anders machen können. Mit ein wenig Abstand!

Wir wollen Sie diesmal zu Übungen einladen, mit denen Sie diesen Abstand auch während eines Meetings erreichen können. Es geht also darum, dass Sie bewusst einen Zustand einnehmen können, in dem Sie das, was gerade vorgeht, erkennen und neutral betrachten können. Ähnlich, wie eine beobachtende Person, die zufällig vorbeikommt und durch das Fenster schaut.

Übungsanleitung: Jeder Weg beginnt mit einem kleinen Schritt

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