RFLP: Logical Viewpoint

Das „L“ im RFLP-Ansatz von SPES2020

Im letzten Blogbeitrag im Januar haben wir Ihnen den Functional Viewpoint vorgestellt. Im Functional Viewpoint werden aus Anforderungen aus Kundensicht Funktionen erzeugt, welche das System umsetzt. Zur Umsetzung der Funktionen benötigt das System Architekturelemente. Heute zeigen wir Ihnen, wie Sie logische Architekturelemente dokumentieren können.

Ziel und Zweck

Der Logical Viewpoint stellt logische Architekturelemente des betrachteten Systems dar. Logische Architekturelemente sind beispielsweise Controllerkomponenten, die später von physischen Architekturelementen realisiert werden.

Somit entkoppelt der Logical Viewpoint die konkreten technischen Anforderungen an die physischen Architekturelemente von den Anforderungen an das logische System und verbessert die Wiederverwendung von Anforderungen und Funktionen in unterschiedlichen technischen Realisierungen. Zum einen hilft der Logical Viewpoint die Komplexität zu beherrschen und zum anderen verringert der Logical Viewpoint Aufwände in der Entwicklung bei hoher technischer Varianz, da physikalische Architekturelemente im Physical Viewpoint verändert werden können, ohne dass die logischen Elemente im Logical Viewpoint beeinflusst werden.

Inhalte, Diagramme und Notationselemente

Der Logical Viewpoint sollte unbedingt strukturelle Sichten zur logischen Repräsentation der physischen Architekturelemente (Blackbox) und deren Zusammenspiel untereinander inkl. Schnittstellen (Whitebox) enthalten.

Für die Modellierung der Blackbox-Sicht können Sie das Komponentendiagramm aus der UML oder das Blockdefinitionsdiagramm aus der SysML verwenden.

Folgende Notationselemente zur Ausgestaltung der Diagramme empfehlen wir:

  • Komponenten (Blöcke)
  • Schnittstellen
  • Ein- und ausgehende Schnittstellen
  • Ports und Informationsflüsse
Blackbox-Sicht als Blockdefinitionsdiagramm (SysML) auf ein logisches Architekturelement des SHS-Beispiels

Für die Modellierung der Whitebox-Sicht können Sie das Kompositionsstrukturdiagramm aus der UML oder das interne Blockdiagramm aus der SysML verwenden.

Folgende Notationselemente zur Ausgestaltung der Diagramme empfehlen wir:

  • Komponenten (Blöcke)
  • Schnittstellen
  • Ein- und ausgehende Schnittstellen
  • Ports und Informationsflüsse

Die Logical Viewpoint gibt Auskunft darüber, welche Arten von Informationen ein Architekturelement grundsätzlich für die Umsetzung der Funktionen liefern muss. In der Abbildung erkennt man, dass das logische System beispielsweise einen Gebäudestatus senden muss.  Es ist jedoch nicht zu erkennen, wie der Status technisch realisiert wird. In Branchen mit häufiger technischer Veränderung ist der Logical Viewpoint ein großer Vorteil.  

Haben Sie schon Erfahrung mit dem Functional Viewpoint gemacht oder haben Sie Anmerkungen? Hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar. Oder schreiben Sie uns Ihre

Erfahrungen per Email an vertrieb@sophist.de.

Letztendlich können nur physikalische Architekturelemente die Funktionen des Systems ausführen und die Anforderungen des Kunden umsetzen. Im nächsten Beitrag beschäftigen wir uns mit den physikalischen Architekturelementen, also dem letzten Viewpoint des RFLP-Ansatzes, dem Physical Viewpoint.

Viele Grüße!

Lesen Sie die weiteren Beiträge aus dieser Serie:

Teil 1: Architektur im SE: Anforderungs- und Architekturmodelle strukturiert aufbauen

Teil 2: RFLP: Gelebte Trennung zwischen Aspekten im Systems Engineering

Teil 3: RFLP: Requirements Viewpoint

Teil 4: RFLP: Functional Viewpoint

Teil 6: RFLP: Physical Viewpoint

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