Nicht-funktionale Anforderungen – die heimlichen Stars jeder Spezifikation

Nicht-funktionale Anforderungen beschreiben, in welcher Qualität, unter welchen Bedingungen und mit welchen Vorgaben ein System seine Funktionen erfüllt – von der Antwortzeit über die Betriebstemperatur bis zum Vertrag. Sie stehen in fast keinem Backlog und tauchen in fast keinem Review auf. Und am Ende entscheiden genau sie, ob jemand dein System benutzen will.

Roland Kluge von der SOPHIST GmbH zeigt im Video, warum nicht-funktionale Anforderungen so zuverlässig vergessen werden, welche vier Kategorien in Projekten am häufigsten fehlen und wie du sie mit den MASTeR-Schablonen messbar und testbar formulierst.

Video: Nicht-funktionale Anforderungen – die heimlichen Stars jeder Spezifikation · ca. 10 Min · SOPHIST GmbH

Das Wichtigste aus dem Video

  • Funktionale Anforderungen beschreiben, was ein System tut; nicht-funktionale Anforderungen beschreiben, wie gut und unter welchen Bedingungen es das tut.
  • Nicht-funktionale Anforderungen werden vergessen, weil sie unsichtbar sind, als selbstverständlich gelten und quer über dem ganzen System liegen – deshalb fühlt sich niemand zuständig.
  • Am häufigsten fehlen Qualitätsanforderungen, technologische Anforderungen, Anforderungen an die Benutzungsoberfläche und rechtlich-vertragliche Anforderungen.
  • Der EigenschaftsMASTeR verlangt zwingend einen Wert: Aus „leicht“ wird „kleiner gleich 100 Gramm“, und die Anforderung wird messbar und testbar.
  • „Funktionale Anforderungen entscheiden, ob das System etwas tut. Nicht-funktionale entscheiden, ob es jemand benutzen will.“

Häufige Fragen

Was sind nicht-funktionale Anforderungen?

Anforderungen, die festlegen, in welcher Qualität, unter welchen Bedingungen und mit welchen Vorgaben ein System arbeitet, zum Beispiel Erreichbarkeit, Antwortzeit, Betriebstemperatur oder vertragliche Pflichten.

Was ist der Unterschied zwischen funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen?

Funktionale Anforderungen sagen, was das System tut, etwa die Haustür entriegeln. Nicht-funktionale Anforderungen sagen, wie gut und unter welchen Bedingungen, etwa in höchstens zwei Sekunden und auch bei minus 20 Grad.

Wie formuliert man nicht-funktionale Anforderungen messbar?

Mit einer Satzschablone wie dem EigenschaftsMASTeR: Eigenschaft des Betrachtungsgegenstands, MUSS, SOLLTE oder WIRD, optional ein Vergleichsausdruck, dann ein Wert. Adjektive wie „schnell“ oder „benutzerfreundlich“ werden so durch einen prüfbaren Wert ersetzt.

Alle Schablonen zum Nachschlagen

Alle Kategorien nicht-funktionaler Anforderungen und alle MASTeR-Schablonen aus dem Video – EigenschaftsMASTeR, UmgebungsMASTeR und ProzessMASTeR – findest du kostenlos in unserer MASTeR-Broschüre:

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Weiterführend

Grundlage: SOPHIST MASTeR-Broschüre zu den Satzschablonen; Chris Rupp & die SOPHISTen, „Requirements-Engineering und -management“ (Hanser).

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