Der Digital Designer in der Praxis

Im Blogbeitrag vom 11. Oktober 2021 hatten wir den Unterschied zwischen einem Requirements Engineer und einem Digital Designer unter die Lupe genommen. Nun werfen wir einen vertieften Blick auf die Tätigkeiten eines Digital Designers im Kontext eines realen Projektes aus der Erfahrung der SOPHISTen.

Das Ziel des Projektes war es, eine Webapplikation für die Auftragsverwaltung so umzugestalten, dass die Benutzerfreundlichkeit stark zunimmt und die Effizienz dadurch langfristig gesteigert wird. Dabei schlüpfte ein SOPHIST in die Rolle des Digital Design Professionals. Wie wir bereits im vorangegangenen Blogartikel gelernt haben, teilt man den Bauprozess zur Gestaltung einer digitalen Lösung als Digital Designer in drei Schritte auf.

Innerhalb des Scoping Schrittes machte sich der Digital Designer zusammen mit den Stakeholdern ein Bild von der Gesamtsituation. Dabei wurde der Projektkontext definiert und die allgemeinen Randbedingungen diskutiert. Bei der Betrachtung der Schnittstellen fiel auf, dass das System Daten von Nachbarsystemen benötigte, jedoch konnte von diesen Daten nur eine begrenzte Menge auf der Benutzeroberfläche angezeigt werden. Dies war eine technologische Randbedingung, die im Design später berücksichtigt werden musste. Außerdem mussten bestimmte Browser zu Beginn für die Webapplikation ausgeschlossen werden, da sie Listen für Aufträge nur suboptimal darstellen konnten.

Innerhalb des darauffolgenden konzeptuellen Schrittes arbeitete der Digital Designer zusammen mit den Stakeholdern ein gemeinsames Verständnis über die digitale Lösung aus. Dieses gemeinsame Verständnis wurde sowohl explizit durch eine auf die Ermittlung folgende Dokumentation geschärft als auch implizit durch eine intensive Kommunikation gefördert. Darauf aufbauend und teilweise parallelgeschaltet, erstellten die Entwickler einen Oberflächenprototypen. Dieser Prototyp wurde als Validierungsmittel eingesetzt, um die zugrundeliegenden Anforderungen iterativ abzustimmen. Aufgrund der im Scoping Schritt identifizierten Probleme mit der listenartigen Darstellung kam das Team zu dem Entschluss, die Listen zu eliminieren und anstelle dieser mit unterschiedlichen Attributen wie Status zu arbeiten. Zusätzlich musste eine Lösung für den parallelen Zugriff auf die Aufträge konzeptionieret werden. Im Altsystem wurde nur die Änderung der Person im Eintrag übernommen, die zuletzt gespeichert hat. Daher ging der Digital Design Professional mit den Technikern ins Gespräch. Er erfragte die nötigen Vorkehrungen, welche getroffen werden müssen, um zum Beispiel Sperrungen von Einträgen für dritte bei Bedarf wieder aufzulösen.

Im Entwicklungs- und Betriebsschritt werden die Elemente der digitalen Lösung bis zu einem für die Entwicklung ausreichenden Detailgrad ausgearbeitet. Der Prototyp wurde damit immer spezifischer. Im Altsystem mussten die Nutzer im Zuge der Auftragsverwaltung jeden Auftrag per Doppelklick öffnen. Sie verloren so recht schnell den Überblick über das Gesamtbild. Im neuen System gibt es die Möglichkeit, auf einen Auftrag einmalig zu klicken und sich nun unten die Details anzeigen zu lassen. Auch die Barrierefreiheit wurde stark verbessert. Einträge konnten nun für Personen mit Sehbehinderung vorgelesen werden und der Switch zwischen Aufträgen konnte lediglich mit einer Taste realisiert werden.

Anhand dieses Praxisbeispiels können Sie gut erkennen, wie nah ein Digital Designer an der Lösungsfindung arbeitet und wie stark er dazu in die Kommunikation mit den Stakeholdern gehen muss. Trotzdem bewegt sich der Digital Designer innerhalb der zugrundeliegenden Anforderungen.

Gerne unterstützen wir Sie aktiv mit unseren Mitarbeitenden in Ihrem Projekt. Sprechen Sie uns an! Gemeinsam erörtern wir die für Sie und/oder Ihr Team maßgeschneiderte Lösungen und erstellen Ihnen ein unverbindliches Angebot. Bei Fragen erreichen Sie unser Vertriebsteam telefonisch unter 0911-40900-0 oder per E-Mail an vertrieb@sophist.de.

Bis zum nächsten Mal!

Lesen Sie mehr zu Digital Design hier:

Teil 1: Digital Design & weitere D‘s in der Klärung

Teil 2: Digital Design Professional vs Requirements-Engineer

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