Die Renaissance des Landlebens – Smart Rural Areas

Die „Dorfkultur“ stirbt mit der Abwanderung in die Weltmetropolen zunehmend schneller. Zu umständlich, unpraktisch, unflexibel und perspektivlos scheint das Landleben. Schlechte Infrastrukturen, rückständige Technik/Technologie und die fehlende Vernetzung machen das Landleben unattraktiv. Doch gehört diese Entwicklung schon bald der Vergangenheit an?

Smart Rural Areas heißt die – bislang noch – Zukunftsvision, die den ländlichen Gegenden vielleicht schon bald neues Leben einhauchen soll. Doch was hat es genau damit auf sich?

Brown Holstein cow in the field looking at you

 >      Smart Rural Areas – Was ist das?

In den sogenannten Smart Rural Areas soll durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Smart-Ecosystems (wie z.B. Smart Farming, Smart Mobility, Smart Home, Smart Health) ein „System of Systems“ entstehen. Dieses vereint alle Vorteile der genannten Systeme mit dem Ziel, einen ländlichen Lebensraum mit Perspektive zu schaffen – und zwar für Jedermann. Die Devise dabei lautet, dass das volle Repertoire modernster Informations- & Kommunikationstechnik zum Einsatz kommt, um den vermeintlich zahlreichen Nachteilen des Lebens in ländlichen Regionen entgegen zu wirken. Dabei spielen vor allem Logistik und Mobilität eine zentrale Herausforderung.

Stellen Sie sich das Szenario Ihres Weges zur Arbeit vor. Wohnhaft außerhalb einer größeren Stadt zu sein bedeutet für Sie, längere Zeit hinter dem Steuer sitzen zu müssen, oder beim Warten auf öffentliche Verkehrsmittel Zeit zu vergeuden. Zeit und Geld, die Sie ebenso anderweitig gebrauchen könnten.

In der Smart Rural Area hätten Sie die Möglichkeit über beispielweise eine App koordinierte Sharing-Mobility-Plattform, sich in Echtzeit den optimalen Fahrplan für Ihren Arbeitsweg erstellen zu lassen. Aus einer Vielzahl von Transportmöglichkeiten, wie z.B. öffentlichen Verkehrsmittel sowie Privatautos wird der für Sie optimale Weg berechnet. Das erklärte Ziel ist es, ein nahtloses, öffentliches Verkehrssystem durch die optimale und gemeinsame Nutzung der vorhandenen Ressourcen zu schaffen.

Woman holding and touching on modern mobile smartphone with login form on a screen.

 >      Weitere mögliche Einsatzszenarien sind:

 

  • Der Einsatz von Bussen als „Postbus“, welcher nicht nur Personen, sondern auch Pakete befördert und Sie über die Ankunft Ihrer Bestellung auf elektronischen Weg informiert.
  • Autonom fahrende Autos, welche Krankentransporte durchführen und zusätzlich auf dem Rückweg einige Pakete zustellen. (Smart Mobilty)
  • Die Installation von Sensoren in Wohnungen von Risikopatienten, um deren Zustand zu überwachen. (Smart Health)
  • Präzise Steuerung des Düngereinsatzes anhand von in Echtzeit erhobenen Daten. Oder Bodenbearbeitung durch selbstfahrende Landwirtschaftsmaschinen. (Smart Farming)
  • Energiegewinnung im Selbstversorgungsprinzip durch regenerative Energiesysteme. (Smart Grid)

 

>      Welche Hürden gilt es zu überwinden?

 

  • Grundvoraussetzung ist zunächst der Ausbau einer flächendeckenden leistungsstarken Breitbandversorgung.
  • Aufgrund der dünnen Bevölkerungsdichte müssen große Flächen überbrückt werden, um vergleichsweise wenige Bürger zu versorgen.
  • Das Zusammenspiel vieler verschiedener Systeme muss nahtlos funktionieren und einem hohem Qualitätsstandard entsprechen.
  • Unter der ländlichen Bevölkerung muss eine Akzeptanz und Kooperationsbereitschaft für die „Smarte Revolution“ herrschen.
  • Schaffen flexibler Arbeitsbedingungen und Bildungswege, z.B. durch „Home-Office“.

 

 >      Welche Chancen bieten Smart Rural Areas?

 

  • Förderung des ländlichen Raums als Wirtschaftsstandort.
  • Etablierung neuer Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten.
  • Steigerung der Arbeits- und Lebensqualität in ländlichen Regionen für alle Generationen.
  • Verbesserung der Gesundheitsversorgung.

 

 

 

Einleitung: Smart SOPHIST
Teil 1: Smarte Energieversorgung – Strom intelligent nutzen
Teil 2: Die vierte industrielle Revolution
Teil 3: Smartes Zuhause
Teil 4: Leben retten durch IT
Teil 5: Farming 2.0 – Der vernetzte Bauernhof
Teil 6: Car-Sharing? – Smart Mobility ist auf dem Vormarsch

 

Textquellen:

  • Kunkel, A. (19. Mai 2014). Abgerufen am 1. April 2016 von http://innovisions.de/beitraege/intelligentes-land/
  • Liggemeyer, P. P. (1. Juni 2015). IT-ZOOM. Abgerufen am 1. April 2016 von http://www.it-zoom.de/mobile-business/e/smart-rural-areas-das-landleben-von-morgen-10810/
  • Trapp, M., & Swarat, G. (Januar 2015). Science & Research: Smart Rural Areas. International Transportation , S. 52-54.
  • Trapp, M., Gerald, S., & IESE, F. (1. Juni 2015). Rural Solutions: Smart Services für ein Land von morgen. IM+io , S. 33-38.

 

Bildquelle:

Titel: lanscape
Quelle: iStockphoto
Autor: Volokhatiuk

Titel: Login form window on mobile phone
Quelle: iStockphoto
Autor: pressureUA

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