Wir sollten wirklich einmal miteinander reden! – Tipps für eine erfolgreiche Retrospektive (Teil 3)

Logo Retro SonnenbrilleIn unserem letzten Beitrag haben wir die Struktur einer Retrospektive beschrieben – allerdings blieb die Frage offen, wie man diese in der Realität mit passenden Methoden füllen kann. Auf Basis unserer Erfahrungen in agilen Projekten haben wir existierende Methoden bewertet und pro Stufe eine Technik  ausgewählt.

Diese möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen. Und los geht es!

Set the Stage – das Stimmungsthermometer

Retro_3_Bild1_StimmungsthermometerUm diese  Methode  anzuwenden, brauchen Sie nur:

  • Ein Flipchart,
  • Post-it und
  • Stifte.

Zeichnen Sie ein Thermometer auf das Flipchart und markieren Sie die Temperaturen vom Gefrierpunkt über Körpertemperatur bis hin zum Siedepunkt. Jeder einzelne im Team markiert dann eine Stelle auf der Temperaturskala, die seiner aktuellen Stimmung entspricht.

Mit dieser Technik können Sie leicht und in kurzer Zeit die Stimmung der Teilnehmer messen und damit einen Einblick über den letzten Sprint erhalten [1].

 

 

 

Gather Data – der Zeitstrahl

Mithilfe dieser Technik sammeln die Teilnehmer (z.B. in Gruppen) die wichtigen Ereignisse der letzten Iteration auf:

  • Ihre Erfahrungen,
  • Bestimmte Ereignisse.

Nach mindestens 10 Minuten sind die Karten chronologisch angeordnet und das Team analysiert und diskutiert gemeinsam die Ergebnisse.

Durch diese Methode wird die Iteration aus den verschiedenen Perspektiven der Trainingsteilnehmer beleuchtet. Diese können zu komplett neuen Erkenntnissen und  Entdeckungen führen [2]. Haben wir die letzte Iteration Revue geschehen lassen, kann das Team zum nächsten Schritt gehen: Erkenntnisse gewinnen.

Retro_3_Bild2_Zeitstrahl

 

Generate Insights – Ziele setzen

Retro_3_Bild3_ZielSetzenFür diese Methode brauchen wir ebenfalls ein Flipchart und einen Stift. Zeichnen Sie zwei Spalten auf das Flipchart: eine Spalte beinhaltet das Wort „Probleme“ und die zweite das Wort „Ziele“.

Die Teilnehmer diskutieren über die Probleme, die im letzten Sprint aufgefallen sind – der vorherige Schritt ist dafür sehr hilfreich, da das Team bereits die Ereignisse des Sprints diskutiert  hat. Schreiben Sie die identifizierten Probleme mit ein oder zwei Wörtern in der ersten Spalte.

Nachdem die Probleme erkannt wurden, analysiert das Team diese und nutzt folgende Fragetechniken, um daraus  gewünschte Ziele abzuleiten   Sie fragen aber nicht „warum hatten wir dieses Problem?“ sondern „was müssen wir tun, um dieses Problem in der nächsten Iteration nicht mehr zu haben?“. Auf diese Art fokussiert sich das Team auf die Zukunft (die Ziele) und nicht auf die Vergangenheit (die Probleme).

Sind Sie mit diesem Schritt fertig? Dann teilen Sie das Flichpchart, indem Sie die „Probleme“-Spalte abtrennen  und die „Ziele“ in den Vordergrund zu stellen [3].

 

Decide What to Do – die SMARTen Ziele

Retro_3_Bild4_SMARTDas Ziel dieser Methode ist es, einen Plan zum Erreichen der Ziele zu entwickeln. Zu diesem Zweck sollten Sie zuerst dem Team erklären, was SMARTe Ziele sind.

Anschließend bewertet das Team die identifizierten Ziele gemäß der SMARTen Kriterien und wählt maximal zwei Ziele aus, die sie im nächsten Sprint erreichen wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelt das Team jeweils einen Plan mit 5 Schritten [2].

 

 

 

Close the Retrospective – Follow Through

Retro_3_Bild5_FollowThroughJetzt ist es an der Zeit, die Retrospektive abzuschließen und eine gute Methode dafür ist „Follow Through“. Das Ziel? – Die Machbarkeit der identifizierten Handlungen abzuschätzen [3].

Hierfür zeichnen Sie eine Skala vom 0 bis 5 auf dem Boden oder auf einem Flipchart. Jede Person schätzt die Wahrscheinlichkeit ab, die identifizierten Handlungen im nächsten Sprint durchzuführen. Das Team diskutiert die Ergebnisse und passt ggf. die Handlungen an.

 

 

 

Wir hoffen Sie haben neue Ideen und Kenntnisse für Ihre nächste Retrospektive in dieser Blogserie gefunden. Vielleicht werden Sie neue Künstler in Ihrem Team entdecken! Bei uns sind neue Talente aufgetaucht… Senden Sie uns doch einfach Bilder von Ihren Erprobungen!

 

Wir sollten wirklich einmal miteinander reden! – Tipps für eine erfolgreiche Retrospektive (Teil 1)
Wir sollten wirklich einmal miteinander reden! – Tipps für eine erfolgreiche Retrospektive – (Teil 2)

Quellen:

[1]          Retromat – http://plans-for-retrospectives.com/index_de.html?id=22

[2]          vgl. Derby, Esther; Larsen, Diana: Agile Retrospectives: Making Good Teams Great. 1. Aufl. Raleigh, North Carolina and Dallas, Texas: Pragmatic Bookshelf, 2006.

[3]          vg. Veronika Kotrba, Ralph Miarka: Agile Teams lösungsfokussiert coachen. 1. Aufl. Wieblinger Weg 17, 69123 Heidelberg :dpunkt.verlag GmbH, 2015

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


× sieben = 7