Akzeptanzkriterien richtig formulieren – mit Beispielen

Akzeptanzkriterien formulierst du richtig, wenn jedes Kriterium konkret, aus Sicht des Ergebnisses und binär prüfbar ist – erfüllt oder nicht erfüllt, ohne Diskussion. „Das Feature ist fertig”, sagt das Team. „Nicht abgenommen”, sagt der Kunde. Dazwischen liegen die Akzeptanzkriterien, und solange die schwammig bleiben, wiederholt sich dieser Konflikt in jedem Sprint.

Der Mechanismus dahinter ist immer derselbe: Ein schwammiges Kriterium verschiebt die Entscheidung, was „fertig” bedeutet, vom Refinement in die Abnahme. Im Refinement kostet diese Entscheidung fünf Minuten Diskussion. In der Abnahme kostet sie einen neuen Sprint. Das Video zeigt vier Regeln für prüfbare Akzeptanzkriterien und spielt sie an einer kompletten User Story aus einem Smart-Home-System durch – einmal mit schwammigen, einmal mit prüfbaren Kriterien.

Das Wichtigste aus dem Video

  • Ein Akzeptanzkriterium muss messbar oder beobachtbar sein: Aus „Die Suche muss schnell sein” wird „Die Suche zeigt die Ergebnisliste innerhalb von einer Sekunde an.”
  • Ein Kriterium beschreibt das beobachtbare Ergebnis am System, nicht die technische Lösung dahinter.
  • Prüfbar heißt binär entscheidbar. Wörter wie „möglichst” oder „weitgehend” bauen eine dritte Antwort ein: „kommt drauf an”.
  • Braucht eine User Story mehr als sechs oder sieben Akzeptanzkriterien, ist in der Regel die Story zu groß und nicht das Kriterium zu klein.
  • FALLS, SOBALD und SOLANGE sind nicht austauschbar: FALLS steht für eine logische Bedingung, SOBALD für ein Ereignis, SOLANGE für einen Zeitraum.
  • „Akzeptanzkriterien sind kein Papierkram. Sie sind die Abnahme, bevor die Abnahme stattfindet.”

Die passende Broschüre zum Video

Unsere kostenlose Broschüre zum agilen Requirements Engineering zeigt den kompletten Lebenszyklus eines Backlog Items – vom Schreiben und Schneiden von User Storys über das Refinement bis zum Schätzen und Priorisieren. Damit sind deine Storys schon vor dem Sprint abnahmefähig: https://sophist.de/5ajj

Mehr Videos zu Requirements Engineering

Jeden Mittwoch ein neues Video zu Requirements Engineering und Systems Engineering – direkt aus der Projektpraxis. Auf unserem YouTube-Kanal ansehen und abonnieren: https://www.youtube.com/channel/UC8rPR9-zDrAnIn4rQfdIUhg

Grundlage: SOPHIST-Satzschablone MASTeR (FALLS = logische Bedingung, SOBALD = Ereignis, SOLANGE = Zeitraum); SOPHIST-Broschüre „Agiles Requirements Engineering”. Im Video: Melanie, Beraterin für Requirements Engineering bei der SOPHIST GmbH.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert