Wettstreit der Notationen Teil 6

Folge 6: Abschluss und Ausblick

Natürlichsprachige Anforderungen und UML-Modelle, was lässt sich zu guter Letzt noch sagen? Wir haben in den vergangenen Folgen unserer Blog-Serie sowohl methodische Hintergründe als auch praktische Ansätze zur Vereinigung der Notationen betrachtet.

Wir haben gesehen, dass sich natürliche Sprache und grafische Notationen wie die UML nicht ausschließen sondern ergänzen. Modelle glänzen vor allem im Bereich Übersichtlichkeit und bei der Beschreibung von komplexen Abläufen. Text eignet sich für die Beschreibung einzelner, linearer Aspekte und ist für jedermann verständlich.

Wir haben aktuell noch mit einem Tool-Bruch zu kämpfen, wenn wir beide Notationen zusammenbringen möchten und müssen. Die Verbindung können wir entweder im RM-Tool herstellen, indem wir Referenzen auf das Modell einfügen oder das Modell importieren. Eine andere Möglichkeit ist es, die natürlichsprachigen Anforderungen in das Modell zu importieren oder dort zu referenzieren.

Ich bin sicher, dass es in naher Zukunft einfachere, integrierte Lösungen der Toolhersteller geben wird.

Zu guter Letzt möchte ich Ihnen noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben:

  1. Beschränken Sie sich bei der Traceability unbedingt auf das Wesentliche!  Die Erstellung und Pflege von Traces kostet viel Zeit und ist nicht gerade beliebt. Überlegen Sie sich im Vorfeld genau,
  • welche Informationen nachvollziehbar miteinander verknüpft werden sollen (weniger ist manchmal mehr!),
  • welche Bedeutung ihre Traces haben und
  • wie Sie die Traces realisieren wollen.
  1. Um eine Menge einzelner Traces zu sparen, können Sie auch die Verbindung zwischen Überschriften zulassen. In manchen RM-Tools gibt es die Möglichkeit einer Vererbungs-Beziehung zwischen Eltern- und Kindelementen.
  1. Erstellen Sie die Traces erst sobald die zu verknüpfenden Artefakte einen einigermaßen stabilen Stand erreicht haben. Vorher kommt es durch die vielen Änderungen oft zu Frust und zu einer Traceability-Phobie.
  1. Bestimmen Sie, wer für die Aktualität der Traces sowie die Änderung der Artefakte zuständig ist. Veraltete bzw. fehlerhafte Verbindungen und Inhalte können Sie im Nachhinein nur mit viel Aufwand finden und gerade ziehen.
  1. Mit einem guten Traceability-Konzept schaffen Sie die Grundlage für ein effektives Änderungsmanagement. Erst durch die Dokumentation der Verbindungen können Sie überhaupt abschätzen, welcher Arbeitsaufwand und welche Kosten mit einem Change Request verbunden sind.

Hiermit sind wir nun am Ende unserer Blog-Serie zum Thema RE & UML angelangt. Ich hoffe, wir konnten Ihnen zeigen, dass man natürlichsprachige Anforderungen und UML-Modelle trotz Tool-Bruch verbinden sollte und kann. Welche der vorgestellten Methoden Sie in Ihrem Projekt letztendlich einsetzen, hängt von den individuellen Rahmenbedingungen und persönlichen Vorlieben der Beteiligten ab und sollte wohl überlegt sein.

Wie immer sind Sie herzlich eingeladen uns Ihre Erfahrungen und Anmerkungen zu diesem Thema mitzuteilen. Wir freuen uns über jeden sachdienlichen Hinweis!

Falls Sie Interesse an weiteren Informationen rund um die hier angesprochenen Themen haben, schreiben Sie uns einfach eine Mail an heureka@sophist.de.

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