Aktivitätsdiagramm oder Zustandsautomat – die Qual der Wahl

Kennen Sie die Situation? Sie wollen das  Verhalten eines Systems oder einer Komponente beschreiben und haben sich für die UML als Notation entschieden. Aber welches Diagramm eignet sich nun am besten? Diese Frage stellt man sich sehr häufig bei Aktivitätsdiagramm und Zustandsautomat. Ich werde Ihnen an dieser Stelle die Frage nicht beantworten können, zeige Ihnen aber die Kriterien, anhand derer Ihnen die Entscheidung leichter fallen sollte.

Wie wird der Ablauf hauptsächlich vorangetrieben?

Dieser Faktor hat sehr großen Einfluss auf die Entscheidung zwischen den beiden Diagrammtypen.

Sind die Ablaufmöglichkeiten, die wir darstellen möchten, von vornherein festgelegt, können wir problemlos erklären, was nacheinander passieren wird. Hierzu eignet sich das Aktivitätsdiagramm sehr gut, da eine vorher festgelegte Abfolge der einzelnen Aktionen genau abgebildet werden kann (z.B. bei einem Geldautomaten).

Können wir diese Aussagen aber nicht treffen, weil das Verhalten sehr stark von Ereignissen abhängt (bei einem Handy kann ich nicht voraussagen zu welchen Zeitpunkt ein Anruf eintrifft), dann kommen wir mit dem Aktivitätsdiagramm nicht weit. Hier müssen wir zu einem Zustandsdiagramm übergehen.

Wie bekannt ist die UML bei der Leserschaft?

Nun, wenn wir durch den ersten Faktor noch nicht festgelegt sind, müssen wir uns über die Leser der Diagramme Gedanken machen.

Kennen die Leser die UML sehr gut, sind wir in unserer Auswahl wesentlich freier. Ist aber genau das Gegenteil der Fall, dann sollte dem Aktivitätsdiagramm Vorrang gegeben werden. Dieses ist leichter zu verstehen, da eine Aneinanderreihung verschiedener Arbeitsschritte einfacher nachzuvollziehen ist als  komplex verschachtelte Diagrammstrukturen.

Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Auch der Hintergrund der Leser kann ausschlaggebend sein. Bei einem Entwickler ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Denken in Zuständen ihm weniger fremd ist. Ist der Leser allerdings eher im Fachbereich zu Hause, liegen ihm die reinen Abläufe der Aktivitätsdiagramm wohlmöglich mehr.

Was mögen Sie denn lieber?

Wenn uns die bisherigen Faktoren die Entscheidung noch nicht abgenommen haben, nehmen wir schlichtweg das was uns besser gefällt. Allerdings sollten wir in unserer Entscheidung auch resolut sein und keinen Wildwuchs der Diagrammarten zulassen.

 

Die Beantwortung dieser drei Fragen wird Ihnen die Entscheidung zwischen den beide Diagrammarten wesentlich erleichtern.

Weiterhin gutes Gelingen beim Modellieren.

Ihr Carsten Pflug

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