„Hallo? Vermittlung?“ – Teil 4

Noch immer beschäftigt uns die Frage, wie man Wissen am besten vermittelt. Die Antwort darauf hat erheblichen Einfluss auf verschiedene Bereiche des Requirements Engineering. Dazu zählt auch das Thema Einführungsstrategien. Neue Techniken, Werkzeuge oder Methoden sollen in einem Team eingesetzt werden. Dazu bedarf es einer sinnigen Strategie, da sonst die Gefahr eines Scheiterns sehr groß ist. Eine wichtige Aufgabe die bei der Einführung zu tätigen ist, ist das Vermitteln von Wissen.

In den letzten Beiträgen zu dieser Serie haben wir uns um die Begrifflichkeit bei der Wissensvermittlung gekümmert und auch einen ersten Ansatz eines Modells zu diesem Thema vorgestellt. Diesmal geht es um das Thema Einflussfaktoren.

Methoden zum Vermitteln von Wissen gibt es viele. Da gibt es den Vortrag, die Präsentation oder eine Diskussion um nur ein paar zu nennen. Dabei lässt sich nicht sagen, dass eine der Methoden besser ist als die anderen. Von Fall zu Fall wird sich mal die eine und mal eine andere Methode als die Vernünftigere erweisen. In vielen Situationen entscheiden wir uns intuitiv für eine Methode, wahrscheinlich sogar für die Beste. Hier möchten wir nochmal an das Beispiel mit der Krawatte aus dem letzten Beitrag dieser Blogserie erinnern. Um jemanden zu erklären wie man eine Krawatte bindet, wird man eher zur Methode vorführen als nur mündlich erklären greifen. Aber was sind die genauen Einflussfaktoren, die uns in diesem Falle intuitiv zu der besagten Methode gebracht hat? Dieser Frage sind wir nachgegangen und möchten im Folgenden mal einen groben Überblick über derartige Einflussfaktoren geben.

Inhalt:
Der Inhalt des Wissens, der vermittelt werden soll, beeinflusst die Wahlfreiheit bei den Vermittlungsmethoden. Handelt es sich um einzelne Fakten, oder muss zusätzlich ein Zusammenhang zwischen den Fakten vermittelt werden? Auch stellt die Vermittlung von Abläufen andere Anforderungen an die Vermittlungsmethode als reines Faktenwissen. Möchten wir jemanden das Wissen ein Rad am Auto zu wechseln vermitteln, ist der Ablauf nicht unerheblich. Denn wenn man zuerst die Schrauben rein schraubt und danach versucht das neue Rad anzubringen, dann werden wir wohl vor nicht unerheblichen Problemen stehen.

Randbedingungen:
Natürlich gibt es auch bei der Wissensvermittlung eine Reihe von Randbedingungen, die bestimmte Vermittlungsmethoden begünstigen oder ausschließen. Solche Randbedingungen sind zum Beispiel die zur Verfügung stehende Zeit und die Menge des zu vermittelnden Wissens, die Anzahl der Empfänger, denen das Wissen vermittelt werden muss. Habe ich nur einen Tag Zeit um zehn Teammitgliedern eine neue Methode zu vermitteln, dann werde ich nicht unbedingt ein Einzelchoaching für alle Teammitglieder bevorzugen.

Kritikalität:
Beim Bereich der Kritikalität betrachten wir die Auswirkungen, die eine mangelhafte Vermittlung von Wissen nach zieht. Wenn wir uns wieder das Beispiel des Wechselns eines Rades am Auto ins Gedächtnis rufen, dann wird schnell klar, dass wir uns bei der Wissensvermittlung nicht viele Fehler erlauben dürfen. Schließlich können wir hier schlecht mit der Methode Ausprobieren arbeiten. Haben wir den Reifen nicht korrekt montiert, dann kann ein Ausprobieren schlimme Folgen haben. In anderen Fällen kann es gut sein, dass die Folgen einer unvollständigen Wissensvermittlung nicht dermaßen eklatant sind, oder sogar erst gar nicht bemerkt werden. Auch dieser Faktor schränkt uns in der Wahl der Vermittlungsmethode ein.

Die hier genannten Kategorien an Einflussfaktoren sind bei weitem noch nicht vollständig. Derzeit befinden wir uns auf diesem Gebiet noch in der Forschungsphase. Wir werden Sie aber bezüglich unserer Ergebnisse auf dem Laufenden halten. Bis zum nächsten mal.
Hier finden Sie den 3. Teil der Blogserie „Hallo? Vermittlung?“.

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