Requirements Engineering ist kein Papierkram

Requirements Engineering ist kein Papierkram. Es ist das systematische Ermitteln, Herleiten, Vermitteln und Verwalten von Anforderungen – mit dem Ziel, das Risiko zu senken, am Ende ein System zu bekommen, das die Bedürfnisse der Beteiligten nicht erfüllt. Entscheidend ist dabei nicht die Menge der Anforderungen, sondern ihre Qualität. Denn eine vage Anforderung ist gefährlicher als eine fehlende: Sie sieht so aus, als wäre das Thema erledigt.

Im Video zeigt Stefan Wellhausen, Branchenaccount Manager für Defense und Aerospace bei der SOPHIST GmbH, am Beispiel eines Verteidigungsvorhabens, was passiert, wenn mehrere Auftragnehmer dieselbe unscharfe Anforderung umsetzen, und wie eine Satzschablone die Lücken schließt.

Video: Requirements Engineering ist kein Papierkram · SOPHIST GmbH

Das Wichtigste aus dem Video

  • Requirements Engineering umfasst vier Haupttätigkeiten: Wissen ermitteln, gute Anforderungen herleiten, Anforderungen vermitteln und Anforderungen verwalten. In Vorhaben, die zehn Jahre laufen, ist das Verwalten keine Nebensache.
  • Viele Vorhaben haben nicht zu wenige Anforderungen, sondern zu viele schlechte. Ein Satz wie „Das System muss die Lagemeldungen der Partner zeitnah darstellen“ bekommt einen Haken und lässt trotzdem alles offen.
  • Setzen mehrere Auftragnehmer dieselbe vage Anforderung unterschiedlich um, entstehen Systeme, die jedes für sich funktionieren und zusammen nicht. Anforderungsfehler im Verbund addieren sich nicht, sie multiplizieren sich.
  • Vier Qualitätskriterien entscheiden im Verbund: eindeutig, vollständig, prüfbar und konsistent über die Dokumente aller beteiligten Systeme hinweg.
  • „Eine Anforderung ist erst dann gut, wenn sie auf der anderen Seite der Schnittstelle genauso verstanden wird wie auf eurer.“

Häufige Fragen

Was ist Requirements Engineering?

Das systematische Ermitteln, Herleiten, Vermitteln und Verwalten von Anforderungen. Ziel ist, die Bedürfnisse der Stakeholder zu verstehen und das Risiko zu senken, ein System zu liefern, das diese Bedürfnisse nicht erfüllt.

Welche Qualitätskriterien gelten für Anforderungen?

Zu den wichtigsten gehören eindeutig, vollständig und prüfbar für jede einzelne Anforderung sowie konsistent für die Anforderungen als Ganzes. Die SOPHIST RE-Fibel nennt außerdem notwendig, verständlich und abgestimmt.

Warum ist „zeitnah“ keine gute Anforderung?

Weil jeder Leser etwas anderes darunter versteht und kein Test entscheiden kann, ob sie erfüllt ist. Eindeutig und prüfbar wird sie erst mit einem Wert, zum Beispiel „innerhalb von zwei Sekunden nach Empfang“.

Die Broschüre Systems Engineering kostenlos nutzen

Wie Requirements Engineering und Architektur bei komplexen Systemen zusammenspielen und wie ihr Anforderungen über mehrere Systeme hinweg konsistent haltet, steht in unserer kostenlosen Broschüre:

Ihr schreibt gerade Anforderungen für ein Vorhaben, das später mehrere Auftragnehmer umsetzen, und seid unsicher, ob sie eindeutig genug sind? Sprecht uns an, wir schauen sie uns im Gespräch mit euch an.

Dieses Video ist der zweite Teil einer vierteiligen Reihe zu Interoperabilität in Multi-Domain Operations. Auf dem SOPHIST YouTube-Kanal erklären wir regelmäßig Requirements Engineering und Systems Engineering aus der Praxis. Abonniere den Kanal, dann verpasst du keinen Teil.

Weiterführend: Teil 1 der Reihe: Interoperabilität ist kein Technikproblem

Grundlage: SOPHIST-Broschüren „RE-Fibel“ (5. Auflage), „MASTeR – Schablonen für alle Fälle“ (6. Auflage) und „Systems Engineering – mit RE und Architektur zum Erfolg“ aus SOPHIST WISSEN-for-free sowie das Buch „Requirements-Engineering und -Management“ (7. Auflage, Chris Rupp und die SOPHISTen, Hanser).

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