Parkinsonsche Gesetze – Teil 2: Triviales wird zum Diskussionsthema Nummer 1

Wer kennt das nicht – diese extrem langen und zeitraubenden Sitzungen die einem den letzten Nerv rauben können. Man begegnet ihnen klassischerweise bei Vereinssitzungen, Gemeinderatssitzungen oder beispielsweise bei Verwaltungsinstituten.

Darauf basierend hat Parkinson das Gesetz der Trivialität geschaffen:

 „Die auf einen Tagesordnungspunkt verwendete Zeit ist umgekehrt proportional zu den jeweiligen Kosten.“

Dabei geht er auf die Sitzung eines Finanzausschusses ein, in der es um die Bewilligung eines Atomreaktors geht. Der Kostenpunkt dafür lag so in etwa bei 10 Millionen Dollar und die Diskussion endete nach 2,5 Minuten. Neben dieser Diskussion ging es auch noch über einen neuen Fahrradunterstand (ca. 2500 Dollar und 45 Minuten Tagung) und um Kaffee für die Sitzungen. Monatliche Kosten: 5 Dollar. Letzteres hat sogar ganze 5 Stunden der Sitzungszeit in Anspruch genommen.

Wenn man jetzt diese Zahlen interpretieren müsste, könnte man sagen, dass bei Sitzungen nicht die wichtigsten bzw. kostenintensivsten Themen am ausführlichsten diskutiert werden (Was eigentlich logisch wäre oder nicht?).

Warum das so ist? Weil die Menschen in der Regel nur bei Themen mitdiskutieren, bei denen sie entweder direkt betroffen sind oder von denen sie auch Ahnung haben. Und diese Ahnung umfasst bei vielen eben kein fachspezifisches Wissen sondern eher triviale Themen und Randaspekte. Der Otto-Normal-Verbraucher kann eben bei wichtigen speziellen Entscheidungsfragen (wie zum Beispiel einen Atomreaktor betreffend) die Konsequenzen nicht abschätzen- ganz abgesehen von der Tatsache dass niemand gerne zugibt von einer bestimmten Thematik keine oder wenig Ahnung zu haben.

Wenn man bei oben genanntem Gesetz „Kosten“ durch „Nutzen“ oder „Bedeutung“ ersetzen würde, so wäre also der Sinn witziger weise immer noch derselbe.

Abschließend möchten wir noch darauf hinweisen, dass Parkinson eine Vielzahl weiterer Gesetze ins Leben gerufen hat. So zum Beispiel auch den Ineffizienz-Koeffizient, der besagt, dass ab einer Mitgliederanzahl von 21 Personen jedes Gremium zur Entscheidungslosigkeit verdammt ist. Dieses Gesetz und andere erklärt er in seinem Buch und erzählt dabei mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und einer gesunden Priese Humor von seinen Entdeckungen.

Mit diesem letzten Beitrag sind wir leider schon an das Ende der Serie angelangt. Wir hoffen, dass Sie mit uns ein wenig Spaß hatten und freuen uns, wenn Sie uns auf unserer Blogseite auch weiterhin besuchen kommen :-)

Alles Gute weiterhin für Ihre Zukunft!

Ihre SOPHISTen
Dirk Schüpferling und Sarid Menzel

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Teil 1 der Parkinsonschen Gesetze

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