Von Umgebung und Mensch – Satzschablonen Nummer 2 und 3 für nicht-funktionale Anforderungen – Teil 2

In MASTeRhafter Frische melden wir uns zurück und möchten Ihnen nach dem EigentschaftsMASTeR zwei weitere Satzschablonen für nicht-funktionale Anforderungen (NFA) vorstellen: den Umgebungs- und ProzessMASTeR.

Zunächst ein kurzer, utopischer Ausflug: Das Wetter machen und die Natur überlisten… Diese traumhaften Fähigkeiten würden so manchem Entwickler das Leben erleichtern. Könnte er doch Extremtemperaturen, Vulkanausbrüche etc. verhindern und müsste deren Auswirkungen auf ein System nicht berücksichtigen. Dass das nun aber einmal nicht geht, ist nichts Neues. Folgende Satzschablone hingegen ist neu und versetzt Sie in die Lage, NFAs aus der Umgebung des Systems und Mengengerüst-Anforderungen einheitlich zu formulieren. In der Praxis liest sich eine Anforderung aus der Umgebung des Systems bisher oft so: Die Umgebungstemperatur des Systems muss -10 bis 40°C sein. Los geht’s, entwickeln Sie eine Umgebung, die… Moment, Sie entwickeln gar nicht die Umgebung, sondern ein Smartphone, das in einer bestimmten Umgebung funktionieren muss. Leider wird das in der so formulierten Anforderung nicht deutlich. Mit der Satzschablone UmgebungsMASTeR (vgl. Abb. 1) wirken Sie unrealistischen Anforderungen entgegen:

Teil 2 Schablonen NFAs - Bild 1

Abb. 1: Satzschablone UmgebungsMASTeR

Mit Hilfe des UmgebungsMASTeRs können Sie Anforderungen an einzelne Komponenten eines Systems oder an ein System genauer beschreiben. Komponenten eines Systems können z. B. das Display oder die Außenhülle sein. Zurück zu unserem Beispiel: Ihr Smartphone sollte Sie auch bei extremen Temperaturen nicht im Stich lassen:

Das Smartphone muss so gestaltet sein, dass das Smartphone bei einer Umgebungstemperatur innerhalb -20°C bis 60°C betrieben werden kann.

Es ist klar, dass der gesamte Betrachtungsgegenstand in einer konkreten Umgebung (einer Umgebungstemperatur (Eigenschaft) innerhalb (Vergleichsoperator) -10°C bis 60°C (Wert)) funktionieren muss. Wie ein Entwickler diese Anforderung umzusetzen hat, wird nicht vorgegeben, d. h. eine Anforderung nach der Schablone in Abbildung 1 formuliert ist nach wie vor lösungsneutral. Ein weiterer Vorteil: Durch die Angabe eines Vergleichsoperators und eines Werts können Sie testen, ob Sie Ihr Smartphone in einem bitterkalten Winter im Stich lassen würde.

Bleiben noch die NFAs an durchzuführende Tätigkeiten von Auftragnehmer oder anderen Personen, denn Systeme in der heutigen Welt können viel, aber nicht alles.

Der Auftragnehmer muss ein Betriebshandbuch für das Smartphone erstellen.

Hinter dieser Anforderung verbirgt sich ein Prozess, der allerdings keine Anforderung an das betrachtete System darstellt und neben der Entwicklung des Systems zusätzlich vom Auftragnehmer durchgeführt werden muss. Dieser Umstand spiegelt sich im ProzessMASTeR wider.

Teil 2 Schablonen NFAs - Bild 2

Abb. 2: Satzschablone ProzessMASTeR

Sollten Sie sich denken, diese Schablone hab ich doch schon irgendwo einmal gesehen, denken Sie richtig. Sie ist ein Teil der SOPHIST-Satzschablone für funktionale Anforderungen. Der feine und wichtige Unterschied ist, dass hier Anforderungen an einen Akteur und nicht ein System gestellt werden. In unserem Beispiel an den Auftragnehmer.

Mit dem Eigenschafts-, Umgebungs- und ProzessMASTeR haben Sie nun ein Hilfsmittel, mit dem Sie sich der Herausforderung, nicht-funktionale Anforderungen zu formulieren, guten Gewissens stellen können. Die drei Schablonen erleichtern Ihnen das Formulieren und Sie sparen Zeit und Nerven. Sollten die nach Schablonen formulierten Anforderungen nicht Ihrem Sprachgefühl entsprechen, empfehlen wir Ihnen, zumindest einzelne Satzbestandteile der Schablonen beim Schreiben Ihrer Anforderungen zu berücksichtigen.

Sollten Menschen in der RE-Umgebung die Eigenschaft haben, gern Fragen zu stellen oder Freude an dem Prozess haben, Kommentare zu geben, hier ohne sprachlichen Defekt unsere Kontaktdaten: heureka@sophist.de oder 0911 – 40 900-0.  So oder so – gern laden wir Sie zu den SOPHIST Days ein, denn dort erfahren Sie mehr aus erster Hand.

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