SOA in Geschäftsprozessen – Teil 1

Viele Unternehmen haben bereits Ihre IT-Entwicklung auf das Konzept der serviceorientierten Architektur (SOA) umgestellt und ihre IT-Anwendungen in Services strukturiert. Diese Services können flexibel miteinander kombiniert werden und durch ihre Wiederverwendbarkeit die Entwicklungs- /Wartungskosten senken. Diese Vorteile der SOA können auch anderweitig genutzt werden, indem man vor der Anwendungsentwicklung die SOA-Paradigmen für die Strukturierung der Geschäftsprozesse anwendet.

In diesem ersten Teil des zweiteiligen Blogs möchten wir Ihnen zunächst die Begriffe der Geschäftsprozessanalyse (GPA) und SOA näher bringen und Ihnen zeigen, auf welcher Ebene die Geschäftsprozesse nach SOA geschnitten werden können. Desweiteren werden wir kurz auf die Beschreibung der Geschäftsanwendungsfälle eingehen. Im zweiten Teil unserer Blogreihe werden wir auf die Identifikation und Beschreibung von Services und auf die Notwendigkeit eines zentralen Managements (sog. SOA-Board) eingehen.

Begriffsdefinition von GPA und SOA

Das Ziel der GPA ist es, die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens zu steigern und dessen betriebswirtschaftlichen Erfolg zu sichern. Durch die transparente Prozessbetrachtung können die Geschäftsprozesse optimiert werden, um eine effiziente Arbeitsweise zu gewährleisten. Ein weiteres Ziel der GPA ist die Identifizierung derjenigen Geschäftsprozesse, die durch neuentwickelte oder erweiterte IT-Anwendungen optimal unterstützt werden können.

Der Begriff der SOA wird heutzutage sehr unterschiedlich ausgelegt. In diesem Blog wird SOA als ein gängiges Konzept definiert, nach dem die Geschäftsprozesse eines Unternehmens in Services strukturiert werden, die als Dienstleistungen einer anderen Organisationseinheit angeboten werden können. Dabei muss ein Service die Eigenschaften der flexiblen Kombinierbarkeit und Wiederverwendbarkeit besitzen.

Services auf der richtigen Ebene schneiden

Die fachliche Architektur, die wir uns näher betrachten werden, besteht in unserem Blog aus zwei Ebenen. Auf oberster Ebene (Abb. 1) sind die Organisationseinheiten (z.B. Auswertungsverwaltung) dargestellt, die einen Überblick über die Interaktion dieser Organisationseinheiten untereinander liefern, in denen mögliche Services identifiziert werden können.

Abbildung 1 – Ebene – Organisationseinheiten

Auf der nächsten Ebene (Abb. 2) sind die Services dargestellt, die in den Organisationseinheiten eingebettet sind. Auf dieser Ebene sind die Geschäftsprozesse analysiert worden, um die Services (z.B. Auswertung anlegen, bereitstellen und archivieren) zu identifizieren, die den Kriterien der SOA entsprechen. Diese Services sind Dienstleistungen, die von anderen Organisationseinheiten (Kriterium – Wiederverwendbarkeit) in deren Geschäftsprozessen (Kriterium – flexible Kombinierbarkeit) in Anspruch genommen werden können.

Abbildung 2 – Ebene – eingebettete Services in Organisationseinheiten

Beschreibung der Geschäftsanwendungsfälle

Nachdem wir innerhalb der Organisationseinheiten die Services identifiziert und geschnitten haben, erfolgt die Beschreibung der Geschäftsanwendungsfälle der gesamten Organisation. Hier werden die identifizierten Services und/oder Arbeitsprozesse (keine Services nach SOA) organisationsübergreifend in Arbeitsabläufe zusammengeführt und mit Hilfe der BPMN oder EPK modelliert.

Im zweiten Teil unseres Blogs werden wir auf die Identifikation und Beschreibung von Services und auf die Notwendigkeit eines zentralen Managements eingehen.

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