SOPHIST Szene-Ticker: Forschungsfeld RE – Wissenschaftsbetrieb ohne Praxisbezug?

Ein Keynote-Vortrag hat besondere Funktion. Er trägt das Motto einer Veranstaltung und sollte deshalb dafür sorgen, dass er Gehör findet, entweder durch kritische oder anzweifelnde Worte gegen die eigene Disziplin. Für uns heißt das: Die Vorträge sprechen von RE, die Keynote über RE.

Der Keynote-Vortrag der REFSQ, die vom 28 – 30 März in Essen stattfand, stand ganz im Zeichen dieser Tradition:  Neil Maiden hinterfragte die „Nutzleistung“ des Requirements Engineering für konkrete Projekte.
Genauer gesagt stellte er der Forschungskultur der Disziplin RE ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Sein Aufhänger ist die Tatsache, dass bei insgesamt ca. 100 Million Euro, die für die Forschung im dortigen Bereich  bisher ausgegeben wurde, die Forschungsergebnisse in der Projektpraxis kaum zur Anwendung kommen. Stattdessen werden im realen Arbeitsumfeld vor allem Techniken (UML, Use Cases, Traceability usw.) verwendet, die ihren Ursprung in anderen Disziplinen haben. RE-Forscher würden sich in ihren eigenen Methoden und Konzepten verfangen, ohne diese auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.

Leidet Requiremets Engineering also unter dem Phlegma einer zielenthobenen, tatsachenfremden Wissenschaft von liebenswert verrückten Laborbewohnern?

Auch wir SOPHISTen investieren viel Geld und Zeit in die Forschung, sind aber so nahe an den Projekten, dass es uns bisweilen schwerfällt, Wissenschaft und Feldeinsatz auseinander zu halten.

Lesen Sie den Beitrag zur REFSQ Keynote und erfahren Sie mehr über die Vorwürfe, Gründe und Lösungsansätze.

Sprache: Englisch
Lesezeit: ca. 10 min

bit.ly/dJWciN

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