Heilig Abend ohne Bescherung

Haben Sie den Sinterklaas und den Zwarte Piet am Freitag abend noch gesehen? Waren Ihre Stiefel am Samstag morgen gefüllt? Nein? Dann heißt es weiter ausharren bis Heilig Abend. Für die Kinder in Griechenland wird es da aber keine Geschenke geben…

Momentan geht es ohnehin heiß her in Griechenland, aber das ist nicht der Grund, weswegen an Heilig Abend der Gabentisch leer bleibt. Die griechischen Kinder sind auch nicht weniger brav als anderswo. Was ist denn da bloß schief gelaufen?Haben etwa die frechen „Kalikanzari“ ihre Hände im Spiel? Diese Kobolde machen ja gern mal allerlei Unfug. Sie kommen durch den Kamin und löschen das Feuer. Sie machen die Milch sauer, zermatschen die Kuchen und  tun sich am Essen gütlich bis nichts mehr über bleibt. Den Pferden binden sie die Schwänze zusammen. So geht das natürlich nicht! Daher entzünden die Griechen ab dem 24. Dezember 12 Nächte lang Weihnachtsfeuer, um die unverschämten Kerle zu vertreiben. Schuld am Weihnachtsfest auf Sparflamme tragen die Kobolde allerdings nicht.Dies rührt daher, dass Weihnachten in Griechenland noch in die Fastenzeit fällt, in der auf Fleisch und Milch verzichtet wird. Während wir uns also an Heilig Abend und an den Festtagen die Bäuche vollschlagen, fällt für die Griechen der Weihnachtsschmaus eher dürftig aus.Richtig gefeiert wird erst am 31. Dezember, dem Vorabend für ihren wichtigsten Feiertag am 1. Januar. Dann feiern die Griechen den Namenstag des Heiligen Vassilius, dem Beschützer der Armen.

Ein schöner Brauch dabei ist das gemeinsame Essen des ‚Vassilopita‘, einem Hefeteigkuchen, in dem eine Münze versteckt ist. Wer das Stück mit der Münze bekommt, hat angeblich im folgenden Jahr besonders viel Glück. Die Aufteilung des Kuchens folgt einer genauen Einteilung: Das erste ist für den Heiligen Vassilius bestimmt, das zweite für das Haus und die folgenden für die Familienmitglieder. Zum Schluss bleibt auch noch ein großes Stück für die Armen übrig.

Und Geschenke gibt es natürlich auch. Die hat der heilige Vassilius des Nachts vor die Betten der Kinder gelegt.
Na dann, schöne Bescherung!

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